Online Vortrag LIVE: Mediation und alternative Streitbeilegung im Verwaltungsrecht(064009)

Fachinstitut:
VerwaltungsrechtMediation und Außergerichtliche Konfliktbeilegung
 
Online statt Präsenz
Inhalt:
In zahlreichen Verwaltungszweigen erfreuen sich Konfliktlösungsverfahren wie die Mediation und andere alternative Streitbeilegungsformen nach wie vor einer bemerkenswerten und – oftmals abseits der öffentlichen Wahrnehmung – immer noch wachsenden Anziehungskraft. Diese Methoden finden Anwendung zur Lösung gänzlich unterschiedlicher Probleme und zwar in vielen spezialisierten Bereichen des Verwaltungsrechts und in unterschiedlichsten Verfahrensstadien – sei es mit wenigen oder auch zahlreichen Beteiligten.

Dies ist umso erstaunlicher, als insbesondere die Mediation immer noch im Ruf steht, im Rahmen einer rechtsgebundenen Verwaltung keinen Platz zu haben. Dieser Irrglaube wird dadurch verstärkt, dass der Bundesgesetzgeber Verwaltungssachen im „Gesetz zur Förderung der Mediation und anderer Verfahren der außergerichtlichen Konfliktbeilegung“ nur sehr punktuell berücksichtigt. Das Gesetz ist weder begrifflich noch inhaltlich auf das Verwaltungsverfahren zugeschnitten. Die Mediation wird insbesondere nicht im allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetz etabliert. Nur im Verwaltungsprozess wird sie für anwendbar erklärt.

Dieses Vorurteil auszuräumen ist Anliegen der Veranstaltung. Zudem geht es darum, die zahlreichen normativen Lücken zu schließen, die der Gesetzgeber ausgespart hat. Es sollen die Gründe erörtert werden, warum Mediation und ADR auch und insbesondere in Verwaltungssachen attraktiv und außerordentlich hilfreich sind. Durch das Auffächern der Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten bekommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen geschärften Blick dafür, wie sich in bestimmten Konfliktkonstellationen mit Hilfe der Mediation bzw. ADR auf einer anderen Ebene als der des Verwaltungsrechts Einigungsräume öffnen lassen und sich so effizientere, effektivere und für alle Beteiligten befriedigendere Lösungsmöglichkeiten bieten. Dies gilt gerade auch mit Blick auf hoch-komplexe Verfahren, die rechtlich praktisch gar nicht oder nur mit immensem Aufwand durch viele Instanzen zu einem Ende zu bringen sind.

Ein Ziel der Veranstaltung ist, das Konfliktlösungsspektrum in Verwaltungssachen zu erweitern. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten die Chance, zusätzliche – über die Rechtsanwendung hinausreichende – Fähigkeiten zu erwerben und auszubauen.

Es gibt die, vermutlich Abraham Maslow zuzuschreibende, treffende Weisheit, dass derjenige, der nur einen Hammer hat, versucht ist, in jedem Problem einen Nagel zu sehen. Es gilt also, um im Bild zu bleiben, einen Nagel von einer Schraube zu unterscheiden. Ggf. die Schrauben mit dem passenden Werkzeug festzuziehen oder zu lösen bzw. sich an jemanden mit einem Schraubenzieher zu wenden. Vermieden werden sollte, die Schrauben, mangels Kenntnis, mit dem Hammer selbst zu bearbeiten oder einer Bearbeitung mit dem Hammer zuzuführen.

Zielgruppe der Veranstaltung sind Kolleginnen und Kollegen, die bereits ausgebildete und/oder zertifizierte Mediatorinnen und Mediatoren sind, und ihre Kompetenzen im Bereich der Mediationsanwendung in Verwaltungssachen erweitern wollen. Das Angebot richtet sich aber darüber hinaus an Kolleginnen und Kollegen, die sich noch nicht vertieft mit dem Thema befasst haben und überlegen, eine Ausbildung in diesem Bereich anzustreben. Last but not least profitieren Kolleginnen und Kollegen, die Mandantinnen und Mandanten, gerade bei Streitfällen im Verwaltungsbereich, ganzheitlicher beraten und das Know-how erwerben wollen, diese ggf. auch in einem Verwaltungsprozess bei einer alternativen Streitschlichtung oder güterichterlichen Mediation anwaltlich professionell zu begleiten.

Der Dozent ist Regierungsdirektor bei der Polizei des Landes Baden-Württemberg und dort auch aktiver Mediator. Das Thema Mediation verfolgt ihn seit seiner Dissertation 2008 zur Frage der Integration der Mediation in den gerichtlichen Prozess und in weiteren anderen Veröffentlichungen, zuletzt in: Quaas/Zuck (Hrsg.), Prozesse in Verwaltungssachen, 3. Aufl. 2018. Dort zeichnet er für „§ 10 Mediation in Verwaltungssachen“ verantwortlich. Er ist in Michigan (USA) ausgebildeter und zertifizierter Mediator und seit 2010 Lehrbeauftragter der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität für Verhandlungslehre und Mediation.
Referenten:
  • Dr. Jan Malte von Bargen LL.M. (University of Michigan), Leitender Regierungsdirektor
Veranstaltungsort:
Live-Übertragung im eLearning-Center
Veranstaltungszeiten:
14.00 - 19.30 Uhr (inkl. 30 min. Pausen)
Zeitstunden:
5,00 - Mit Bescheinigung nach § 15 Abs. 2 FAO (wie bei einer Präsenzveranstaltung)
Datum:
16.12.2020
Übernachtungsmöglichkeiten:
Hotels anzeigen
Kostenbeitrag:
345,- € (USt.-befreit)
Veranstaltungs-Nr.:
064009
Informationsmaterial:
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