Im Gespräch mit: Michael Plassmann, Leiter der Fachausbildung Mediation

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Seit einigen Jahren bietet das Deutsche Anwaltsinstitut e. V. die „Fachausbildung Mediation“ an, mit der sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur/m „Mediator/in“ (§ 5 Abs. 1 MediationsG i. V. m. § 7a BORA) oder zur/m „Zertifizierten Mediator/in“ (§§ 5 Abs. 2, 6 MediationsG i. V. m. § 2 ZMediatAusbV) ausbilden lassen können. Über die Vorteile einer außergerichtlichen Einigung für alle Parteien und die Besonderheiten der „Fachausbildung Mediation“ im DAI sprach DAI Aktuell mit dem Leiter der Fachausbildung, Michael Plassmann, Rechtsanwalt, Zertifizierter Mediator, Wirtschaftsmediator, Bankkaufmann, Vorsitzender des Ausschusses Außergerichtliche Streitbeilegung der BRAK, Berlin.

Sehr geehter Herr Plassmann, Sie leiten schon seit vielen Jahren das Fachinstitut Mediation und Außergerichtliche Konfliktbeseitigung und die Fachausbildung Mediation im DAI. Als Zertifizierter Mediator haben Sie selbst schon eine Vielzahl an Mediationen begleitet. Diese Form der außergerichtlichen Einigung wird immer häufiger in Anspruch genommen. Was sind die Vorteile einer außergerichtlichen Einigung?

Als forensisch tätiger Anwalt weiß man, dass langwierige Gerichtsverfahren von den Mandanten  – gerade auch wegen des unsicheren Ausgangs und der Verfahrensdauer – häufig als sehr belastend empfunden werden. Man darf dabei nicht unterschätzen, wie wichtig es für den Mandanten ist, in seiner höchstpersönlichen Angelegenheit endlich Klarheit zu haben. Die Chance, den Konflikt deutlich schneller, effizienter und ressourcenschonender beenden zu können, wird nicht nur vermehrt von Privatpersonen geschätzt, sondern rückt gerade auch in der Wirtschaft unter dem Aspekt „Konfliktkosten“ zunehmend in den Fokus.

Was unterscheidet die Mediation von anderen Verfahren zur außergerichtlichen Konfliktbeseitigung?

Das Ergebnis und die Atmosphäre – beides übrigens zentrale Punkte, wenn es darum geht, den Erfolg einer Verhandlung zu messen.

Die Atmosphäre steht ja auch immer in Zusammenhang mit den beteiligten Personen. Was zeichnet einen guten Mediator aus?

Struktur, Empathie und Vertrauen. Kurzum: Die Fähigkeit, den Beteiligten das Gefühl zu vermitteln, dass sie mit Unterstützung des Mediators endlich aus der Sackgasse herauskommen und dabei noch eine für sie passende Lösung finden.

Wenn jemand Mediator werden möchte, welche Vorteile bietet ihm die Fachausbildung Mediation beim DAI? Was ist das Besondere an der Fachausbildung Mediation?

Die Ausbildung beim DAI fußt auf einem dualen Ansatz: Das bedeutet, dass das Ausbilderteam die Kursteilnehmer nicht nur befähigt, als Mediator tätig zu sein, sondern den Teilnehmern über die gesamte Ausbildungsdauer aufzeigt, wie sie die erfolgreichen Tools eines Mediators in ihrer täglichen anwaltlichen Tätigkeit einsetzen können. Der Anspruch „Aus der Praxis für die Praxis“ wird hier mit Leben gefüllt.

Die Fachausbildung kann auch genutzt werden, um die Zusatzqualifikation „Zertifizierte/r Mediator/in“ zu erlangen. Warum lohnt es sich, diesen Titel zu erwerben?

Zunächst zum Inhaltlichen: Im Rahmen der Zertifizierung wird zum einen großer Wert darauf gelegt, die relevanten Themen zu vertiefen und damit zusätzliche Sicherheit zu verschaffen. Zum anderen eröffnet die in der ZMediatAusbV normierte Pflicht, auch eigene Praxisfälle zu supervidieren, die Chance, im kollegialen Dialog von der enormen Praxiserfahrung des Ausbilderteams zu profitieren.
Das zahlt sich nicht nur beim eigenen Know-how aus, sondern wird auch von der Nachfrageseite honoriert, da mit der Zertifizierung ein Erfahrungsvorsprung verbunden wird. Ein Vertrauensvorschuss, der dann – wie im sonstigen Anwaltsalltag mit Zusatzqualifikationen auch – durch eine besondere Qualität gerechtfertigt werden will. Das sollte man ohnehin nicht als Last, sondern als Chance und Verpflichtung verstehen.

In der Vergangenheit haben schon viele Teilnehmer die Fachausbildung besucht. Was war das bisherige Feedback der Teilnehmer?

Noch schöner als der enorme Zulauf, den wir seit dem Start der Ausbildung im Jahre 2011 erfahren haben, ist das besondere Feedback, das wir in persönlichen Worten erhalten und sich in der hervorragenden Evaluierung widerspiegelt. Wenn gestandene AnwältInnen nach dem Kurs sagen, dass sie „einen ganz neuen Blick“ auf Ihren Beruf bekommen haben, verstehen wir das als Kompliment. Was sicherlich auch zum Erfolg beiträgt, ist nicht nur der ungemeine Erfahrungsschatz und die Begeisterungsfähigkeit des Ausbilderteams. Ebenso wichtig erscheint mir, dass es die KollegInnen ausgesprochen schätzen, dass die Inhalte enorm strukturiert, interaktiv und passgenau für den Anwaltsalltag vermittelt werden.

Herr Plassmann, vielen Dank für dieses aufschlussreiche Gespräch. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg für die kommenden Fachausbildungen.

 

Weitere Informationen:

28. Fachausbildung Mediation, Start: 20. Mai 2019

29. Fachausbildung Mediation, Start: 23. September 2019

Das gesamte Fortbildungsangebot des Fachinstituts für Mediation

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